Boomtown Singapur hautnah Im Gespräch: Ex-Möfist Stefan Fisse über seine Arbeit für hülsta

Singapur – unter dem Vorzeichen der Globalisierung hat der Name des Stadtstaates einen besonderen Klang. Fast jeder Zeitungsleser hat irgendwann schon einmal etwas gehört vom Ranking der Weltbank, demzufolge Singapur auf Platz 1 der wirtschaftsfreundlichsten Länder liegt. Deutschland belegt hingegen Platz 19. Was macht das Besondere dieser Wirtschaftmetropole aus? Während der Internationalen Möbelmesse in Köln sprachen wir mit dem Ex-Möfisten Stefan Fisse, der heute für hülsta in Singapur tätig ist.

In einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung war zu lesen, dass inzwischen rund 7.000 Deutsche in Singapur arbeiten. Sie gehören dazu, Herr Fisse. Was hat Sie nach Singapur geführt?

Es gibt einige hilfreiche Erfahrungen auf dem Weg dorthin: dazu gehören meine Fortbildung an der Möfa zum Betriebswirt (Fachrichtung Möbelhandel), fast 2,5 Jahre konkrete Verkaufserfahrung im berühmten Londoner Warenhaus Harrods, weitere Erfahrungen bei einem Möbelhändler in Perth (Australien). Gerade meiner Arbeit in London verdanke ich viel. Es ist anregend, in einer Metropole zu arbeiten, mit ganz unterschiedlichen Kunden umzugehen und außerdem die Möglichkeit zu haben, weitere Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Seit Juni 2011 lebe ich jetzt in Singapur und arbeite dort als Verkaufsleiter für hülsta in Asien. Asien ist ja nicht nur für hülsta, sondern auch für viele andere deutsche Unternehmen ein wichtiger Zukunftsmarkt. Nicht zuletzt deshalb hat hülsta die Verkaufsleiterstelle vor Ort besetzt. So ist eine optimale Betreuung gewährleistet.

Worin genau besteht Ihre Aufgabe in Singapur? Was sind die größten Herausforderungen?

Zum einen betreue ich die Händler, zu denen bereits Kontakte bestehen. Außerdem wird das Händlernetzwerk vor Ort weiter ausgebaut. Da wir mit den Marken hülsta und now! by hülsta in Asien noch im Markenaufbau sind, gehört auch das Marketing vor Ort zu meinen Aufgaben. Nicht übersehen werden können dabei die kulturellen Unterschiede zu Europa. Es braucht sicherlich etwas Zeit, bis man sich an die Gepflogenheiten und Umgangsformen vor Ort gewöhnt. Hinzu kommt, dass auch innerhalb Asiens die Unterschiede immens groß sind. Hülsta ist momentan in sieben asiatischen Ländern vertreten, die durch mich betreut werden. Eine Herausforderung besteht beispielsweise in China darin, dass ein Großteil der Chinesen kein Englisch spricht. Ich bin hier also auf die Hilfe chinesischer Mitarbeiter angewiesen.

Singapur selbst ist kaum so groß wie Hamburg. Warum lässt sich ein Unternehmen wie hülsta gerade hier nieder?  

Singapur ist ein hoch interessanter Standort. Durch den großen Flughafen (Changi), der zu einem der größten Asiens gehört, gibt es perfekte Verbindungen in alle Himmelsrichtungen. Von hier aus können die asiatischen Märkte sehr gut betreut werden. Das Land ist außerdem gut organisiert, bietet auch sonst eine optimale Infrastruktur und gilt darüber hinaus  – nicht zu Unrecht – als “sauberstes Land der Welt”. Für mich persönlich ist Singapur ein Ort, an dem es sich sehr gut leben lässt.

In der Ratgeberliteratur für Manager in Singapur liest man, man brauche in Singapur unbedingt “Guangxi”, ein Netz von Beziehungen, das aufgebaut und gut gepflegt werden müsse. Nach einem langen Arbeitstag seien ausgiebige Geschäftsessen und Karaoke-Abende mit Partnern Pflicht.Stimmt das mit Ihren Erfahrungen überein?

Dies gilt nicht nur für Singapur, sondern für alle asiatischen Märkte. Beziehungen sind das A und O.  So manches Geschäft wird erst beim gemeinsamen Abendessen entschieden und besiegelt. Zugleich ist Singapur ein Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt. Im Freundeskreis sowie im beruflichem Umfeld habe ich die unterschiedlichsten Menschen aus verschiedensten Ländern kennen lernen dürfen: von Europa über Nord- und Südamerika bis nach Australien und Afrika und natürlich Asien.

Welche Ziele sind Ihnen für die nächsten Jahre wichtig?

 

Ich hoffe, dass ich durch meine Arbeit auch in den nächsten Jahren weiterhin am Erfolg von hülsta in Asien beteiligt sein kann.

 

Sie bleiben Ihrer Schule treu: An was erinnern Sie sich? Was nützt Ihnen bis heute?

An meine Möfa-Zeit denke ich sehr gerne zurück. Meine Ausbildung an der Schule sowie die Kenntnisse, die ich erworben habe, haben mir sicherlich bei meinem beruflichen Werdegang geholfen. Nach wie vor habe ich viel Kontakt zu meinen ehemaligen Kommilitonen und auch zu einigen Dozenten. Der Messestand in Köln und die Möfa-Messeparty am Donnerstagabend haben auch dieses Jahr wieder gezeigt, dass die Möfa eine sehr gute Kontaktbörse ist.

Vielen Dank für das Gespräch. Ihre alte Schule wünscht Ihnen weiterhin das Glück des Tüchtigen.

Text: Stefan Fisse, PR-Grupp

Foto: Stefan Fisse